Weihnachten mit Schnee, Kaminfeuer und Rentierpullovern kannte Graham Candy bis vor Kurzem nur aus Filmen. Warum der neuseeländische Beach Boy mit Wohnsitz in Berlin dennoch die ideale Wahl für die smart Weihnachtsaktion The Sound of Christmas ist, erzählt er im Interview.

Graham, vor zwei Jahren bist Du von Auckland/Neuseeland nach Berlin gezogen. Wie ist es dazu gekommen?
Graham Candy: Das begann alles ganz schön verrückt: Ich habe in Auckland mit Freunden einen Pub betrieben. Dort gab es viel Livemusik und im Vorprogramm habe ich ab und zu Coverversionen von Amy Winehouse oder Duffy auf meiner Gitarre gespielt. Irgendwann war Matthias Müller von „Crazy Planet Records“ – Musiklabel und Managementagentur aus Berlin – dort. Er sah mich spielen, nahm heimlich ein paar Videos mit seinem Smartphone auf und kontaktierte mich einige Zeit später.

Was meinte er?
Graham Candy: Er erzählte, wie großartig er mich fände und fragte, ob ich nicht nach Berlin kommen wolle. Er würde mir den Flug zahlen, mir einen Produzenten besorgen, all die Sachen. Bei solchen Versprechungen wird man natürlich skeptisch. Aber ich wollte ein bisschen Abstand vom Betrieb einer Kneipe, ein bisschen gesünder leben und so war ich vier Wochen später in Berlin. Ich war zuvor noch nie außerhalb Neuseelands gewesen. Es ist noch immer unglaublich, es ging alles unfassbar schnell.

Fühlt sich Berlin mittlerweile wie ein Zuhause an?
Graham Candy: Wie ein zweites Zuhause. Neuseeland wird für immer meine Heimat bleiben. Auch wegen der Sprachbarrieren ist es immer wieder eine Herausforderung, hier richtig in die Kultur einzusteigen.

Im vergangenen Jahr hattest Du gemeinsam mit dem Berliner Produzenten Alle Farben einen Riesenerfolg. Euer Song „She Moves“ bekam Gold in Deutschland.
Graham Candy: Der Song war interessanterweise das erste Projekt überhaupt, an dem ich in Berlin arbeitete. Ein Bekannter von mir, der am Alle-Farben-Album arbeitete, erzählte, dass sie noch auf der Suche nach passenden Sängern wären. Nach einem ersten Treffen fingen wir an, gemeinsam an „She Moves“ zu schreiben. Rückblickend hätte der Start besser gar nicht sein können (lacht). Es hat alles sehr gut zusammen gepasst.

Graham Candys Debütalbum kommt im April 2016

Du hast in der Zwischenzeit aber auch an Deinen Soloproduktionen gearbeitet. Nächstes Jahr wird Dein erstes Album erscheinen …
Graham Candy: Das Album erscheint voraussichtlich im April 2016 und die Aufnahmen waren ziemlich aufregend. Ich war ganz schön nervös, weil: Wann macht man schon ein Album? Es geht thematisch um Heimat und um Familie. Es gibt viele akustische Instrumente: Gitarre, Klavier, aber auch elektronische Elemente – das ist dann der Einfluss aus Berlin.

Hattest Du noch andere Einflüsse während der Produktion? Wer oder was hat Dich inspiriert?
Graham Candy: Zuallererst wollte ich für mich selber eine Inspiration sein. Das klingt ein bisschen, als würde man sein eigenes Badewasser trinken, aber ich wollte ehrlich sein, eine gute Basis für das Album schaffen. Sonst haben mich Künstler wie Sam Smith, Adele, James Bay, Jeff Buckley oder auch Chet Faker inspiriert.

Was bedeutet es musikalisch, in einer Stadt wie Berlin zu leben?
Graham Candy: Man lernt aufgeschlossen zu sein. Kollaborationen sind enorm wichtig in einer großen Stadt. Es gibt unzählige Möglichkeiten – so viele spannende Menschen, Geschichten und Musikstile.

„In Berlin ist jeder Bezirk eine eigene Stadt“

Kann man Berlin mit Auckland vergleichen?
Graham Candy: Der größte Unterschied ist die Umgebung. Auckland hat einen Hafen, das Meer ist vor der Haustür. Außerdem konzentriert sich in Auckland alles mehr als in Berlin, wo jeder Bezirk eine eigene Stadt ist.

Was vermisst Du?
Graham Candy: Ich vermisse die Natur Neuseelands. Ich vermisse den Strand – ich bin ein Beach Boy. Ich vermisse das Essen, den frischen Fisch, die Muscheln, Meeresfrüchte und natürlich vermisse ich meine Familie.

Wie bewegst Du Dich am liebsten in der Stadt fort?
Graham Candy: In Berlin fahre ich am liebsten Fahrrad. Ich mag das Berliner Straßennetz und das Radfahren ist zugleich ein guter Sport. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, ein Auto zu haben. Dann ist mir aber wichtig, dass ich nicht zu viel Zeit mit der Parkplatzsuche und anderen Ärgernissen verbringe.

Hat Berlin ein anderes Tempo als Auckland?
Graham Candy: Berlin ist zum Glück nicht so wie hektisch wie Paris oder London. Ich finde, dass Berlin und Auckland sich durchaus ähnlich sind. Es ist alles ein bisschen entspannter, wenn auch alle zügig an ihr Ziel wollen.

Graham Candy Christmas
„Kalte Weihnachten mit Schnee, Rentierpullovern und Kaminfeuer kannte ich bis vor Kurzem nur aus Filmen.“

Gemeinsam mit smart hast Du ein interaktives Musikvideo produziert. Es handelt sich um ein Weihnachtslied. Erzähl uns mehr darüber …
Graham Candy: Das Lied „Jolly Old Saint Nicholas“ ist aus dem 19. Jahrhundert. Ich mochte die Idee, einen alten Song zu nehmen und eine moderne Version daraus zu machen. In dem Lied geht es um Kinder, die ihre Geschenke nicht mehr abwarten wollen. Der Song passt gut zu smart. Nicht nur weil ich mir selber einen zu Weihnachten wünsche, sondern auch weil das Lied frech und dennoch fröhlich und optimistisch ist. Auf der Webseite können die Hörer mit dem Song interagieren und eine ganz eigene Version daraus basteln. Ich liebe die Idee, dass hier jeder sein eigener Musikproduzent sein kann.

Wie feiert man Weihnachten in Neuseeland?
Graham Candy: Man muss wissen, dass Weihnachten mitten im neuseeländischen Sommer stattfindet. Zwar gibt es auch einen Weihnachtsbaum und Geschenke. Aber oft gehen die Leute raus, fahren an den Strand und grillen dort gemeinsam. Kalte Weihnachten mit Schnee, Rentierpullovern und Kaminfeuer kannte ich bis vor Kurzem nur aus Filmen (lacht).

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Alle Bilder inkl. Titelbild: Kike