Zur IAA präsentiert smart ein spektakuläres Konzeptauto – und die passende Mobilitätsidee dazu: Der smart vision EQ fortwo fährt autonom, elektrisch, vernetzt und ermöglicht eine neue Form des Carsharings. Wir haben die Daimler Designer Mohammad H. Aminiyekta und Christian Pecher interviewt, die in ihren Teams an der Entwicklung der Vision gearbeitet haben.

Bevor es ins Rampenlicht der der IAA geht, wurde auf dem TecDay smart unter dem Motto „Future Mobility Concept“ eine Neuheit aus der Entwicklungsabteilung gezeigt. Mit dem smart vision EQ fortwo gab es nichts weniger als die Zukunft zu sehen: autonomes Fahren ohne Lenkrad, Elektroantrieb mit einer 30 kWh großen Batterie, dazu Bildschirme innen wie außen, die mit den Nutzern kommunizieren oder deren digitale Umgebung spiegeln. Mohammad Aminiyekta aus dem Bereich Entwurf Brands und Christian Pecher aus dem Bereich User Experience Design waren mit an der Entwicklung des Konzeptautos beteiligt. Wir haben beide bei der Enthüllung des smart vision EQ fortwo durch smart Chefin Dr. Annette Winkler getroffen.

smart Chefin Dr. Annette Winkler präsentiert den neuen smart EQ
smart Chefin Dr. Annette Winkler stellt das Konzeptauto vor.

Herr Aminiyekta, Herr Pecher, ein Auto wie den smart vision EQ fortwo hat es nie zuvor gegeben. Woher holt sich ein Gestalter die Inspiration für solch ein visionäres Konzept?
Mohammad Aminiyekta: Von überall! Wir haben mit einem weißen Blatt Papier begonnen, am Anfang sind dabei einige ziemlich verrückte Ideen entstanden. Bei einem Konzeptauto erhält man ja die Chance, viele Einfälle auszuprobieren, die in einem aktuellen Serienmodell nicht umsetzbar sind. Was dort extrem gewagt wirkt, kann hier genau richtig sein. Man hat schließlich den Auftrag, die Zukunft zu gestalten.
Christian Pecher: Zu Beginn gab es ein grobes Konzept. Dann sind wir weiter ins Detail gegangen, haben erste Skizzen angefertigt, Workshops veranstaltet und eine gemeinsame Vision entwickelt. Im selben Zug haben wir neuartige Technologien gesucht und eng mit dem Ingenieursteam zusammengearbeitet, um all die Features des smart vision EQ fortwo möglich zu machen.

Mohammad Aminiyekta und Christian Pecher diskutieren an einem Tisch während des smart TecDays
Am Design beteiligt: Mohammad Aminiyekta und Christian Pecher.
Skizzen des smart EQ
Anhand früher Skizzen wird der Entwicklungsprozess erklärt.

Diese Vision ist nun Wirklichkeit geworden und zeigt, wie smart die Zukunft sieht. Verglichen mit den aktuellen smart Modellen – was ist der größte Unterschied?
Mohammad Aminiyekta: Der smart vision EQ fortwo besitzt alle Stärken, für die smart heute und auch zukünftig steht. Zum Beispiel die kompakten Maße von nur 2,69 m und ein innen dennoch großes Raumangebot. Dazu besitzt er wie der smart electric drive einen Elektroantrieb. Einer der optisch größten Unterschiede sind die Flügeltüren – sie drehen sich um die Hinterachse, ermöglichen einen bequemen und sicheren Einstieg und geben dem Auto seinen einzigartigen Charakter.
Christian Pecher: Zusätzlich haben wir etwas wirklich Neues geschaffen: ein autonom fahrendes, teilbares „Wohnzimmer“ für die Stadt. Da es weder Lenkrad, Pedale oder ein herkömmliches Armaturenbrett gibt, bietet der Innenraum sehr viel Platz. Dort empfängt die Nutzer ein 24 Zoll breiter Bildschirm, auf den sich ihre gesamten digitalen Inhalte übertragen lassen. Und außen kommunizieren der frontale Black Panel Grill, die Projektionen an den Flügeltüren und die Scheinwerfer mit den Nutzern, Fußgängern und der Stadt.

Herr Aminiyekta, Sie haben im Bereich Entwurf Brands am Exterieurdesign mitgearbeitet, von den frühen Skizzen über das erste digitale Rendering bis hin zum Tonmodell. Wie hat das Nachdenken über die Zukunft Ihr Design beeinflusst?
Mohammad Aminiyekta: Wir haben ein pures, klares und konsistentes Design gewählt und uns dabei eine Glaskugel auf Rädern vorgestellt, wie ein Schmuckstück. Dies hat uns dazu inspiriert, die berühmte smart tridion Zelle neu zu interpretieren. Jetzt schützen die Bodypanels gemeinsam wie ein Schild die innenliegende „Perle“. Die Architektur der Front zitiert die erste smart Generation mit dem Kühlergrill unter den Scheinwerfern – doch jetzt ist sie erwachsener und der ausgeprägtere Black Panel Grill dient als Kommunikationsmittel, zusammen mit den Front- und Heckscheinwerfern.

Präsentation des smart vision EQ fortwo
Ein Schmuckstück für die Straße: der smart vision EQ fortwo.

Herr Pecher, hier kommen Sie ins Spiel: Als Designer im User Experience Design arbeiten Sie an Vorserienprojekten und Showcars und versuchen täglich, neue Schnittstellen und Nutzererlebnisse zu entwickeln.
Christian Pecher: Genau, in unserem Bereich kommen verschiedenste Expertisen zusammen, um gemeinsam innovative Inhalte, Konzepte und Designs rund um das Fahrzeug der Zukunft zu gestalten und in Form interaktiver Prototypen schon heute erlebbar zu machen. Hierfür setzen wir neueste Technologien ein und behalten dabei stets die Bedürfnisse des Nutzers im Auge. So ist in den Türen eine schaltbare Projektionsfolie integriert, die einerseits die Privatsphäre des Nutzers schützt, andererseits auch als Anzeigefläche nach außen dient. Ebenso können die Scheinwerfer digital ihre Gestalt ändern und direkt mit dem Nutzer oder seiner Umgebung kommunizieren. Zudem begrüßt mich der frontale Black Panel Grill mit meinem Namen und Profilbild. Von dort an nimmt das Fahrzeug über diverse Lichtquellen bis ins Interieur eine vom Nutzer vorher definierte Farb- und Bildwelt an.

Mohammad Aminiyekta und Christian Pecher sehen sich das Konzeptauto an
Screens stellen die persönlichen Fahrgastprofile dar.
Außenansicht des smart vision EQ
Nach außen hin kommuniziert das Fahrzeug mit Fußgängern.

Zum ersten Mal haben bei smart die Designer des Exterieurs, des Innenraums und der digitalen Flächen so intensiv kooperiert. Welche Herausforderungen gab es bei der Abstimmung?
Christian Pecher: Die fortschreitende Entwicklung des digitalen Designs bringt es mit sich, dass sich dynamische Inhalte mehr und mehr in das physische Design integrieren. Aufgrund dessen müssen wir mit allen Disziplinen sehr eng zusammenarbeiten.
Mohammad Aminiyekta: Der Schlüssel hier war, dass wir von Anfang an das Ziel hatten, an einer gemeinsamen Vision zu arbeiten, uns gegenseitig zu inspirieren und ein allumfassendes Konzept zu entwickeln.

Kontrollsystem des Konzeptautos smart vision EQ
Geräumiges Inneres, futuristische Kontrollelemente.
eine Hand zeigt auf einen Scheinwerfer des weißen smart EQ
Zwinkernde digitale Scheinwerfer geben dem Auto einen persönlichen Touch.

 

Wie gut ist dieser ambitionierte Plan Ihrer Meinung nach aufgegangen?
Mohammad Aminiyekta: Ich bin absolut begeistert. Von den ersten Bleistiftskizzen über die wunderbare Zusammenarbeit mit dem UI-Team, den Ingenieuren und allen anderen Beteiligten ist ein Auto entstanden, das wirklich lebt. Darauf können wir stolz sein. Für mich ist es ein sehr emotionaler Moment, weil im Designprozess viele Gefühle in die Idee einfließen. Ein bisschen so, als wäre ein Baby geboren.
Christian Pecher: Da stimme ich zu. Es ist ein super Gefühl, endlich zu sehen, wie gut sich alles zusammengefügt hat.

Journalisten versammeln sich um den neuen smart vision EQ beim TecDay
Dem neuen Stück ganz nah: Die Fachpresse verschafft sich einen ersten Eindruck.

Wir werden zukünftig noch oft über den smart vision EQ fortwo reden. Unsere letzte Frage für heute: Wie viel vom Design der kommenden smart Baureihen steckt schon im Konzeptauto?
Mohammad Aminiyekta: Der smart vision EQ fortwo ist unsere Zukunftsvision für das Jahr 2030 und später. Was smart auf dem Weg dahin umsetzt – lassen Sie sich einfach überraschen …

Anzeige "busy" beim smart EQ
Frei oder belegt? Carsharing ist beim smart vision EQ fortwo schon eingebaut.