Fitness-Tracker am Handgelenk haben sich längst als Standardausrüstung für Sportler etabliert. Die Daten, die sie dabei sammeln, helfen aber nicht nur, den BMI zu perfektionieren. Die Fitness-App Strava unterstützt bereits mehr als 70 Kommunen weltweit in der Stadtplanung.

„The Social Network for Athletes“ – der Slogan der Software-Firma Strava mit Sitz in San Francisco erklärt schon, worum es dem Unternehmen geht. Strava setzt auf die soziale Komponente des Sports und richtet sich an Athleten aus allen Disziplinen: von Ski, Snowboard, Surfen und Kitesurfen über Crossfit und Klettern bis Rudern, Schwimmen, Laufen und Fahrradfahren.

Frau läuft in einem Rennen, Mann feuer sie an
Die Fitness-App Strava motiviert Sportler aller Disziplinen.
Foto: Alexis Berg

Das Produkt? Eine Smartphone-App, erhältlich für die Betriebssysteme Android und iOS. Zusätzlich kann Strava über Wearables aufgezeichnete Daten aufzeichnen und auswerten.

In mehr als 70 Städten weltweit wird Strava Metro für die Planung von Fahrradwegen genutzt.

Innerhalb des Strava-Netzwerks können User einander folgen und sogenannte „Kudos“ vergeben – gegenseitiger Respekt für erreichte Leistungen. Bei regelmäßig stattfindenden Challenges können sich Sportler auf der ganzen Welt miteinander messen. Virtuelle Medaillen und die Anerkennung der internationalen Community locken – Stichwort „Gamification“.

Drei iPhone-Bildschirme zeigen die Funktionen der App Strava
In Verbindung mit einem Wearable lassen sich auch Routen aufzeichnen.
Foto: Strava

Bewegungsdaten für die Stadtentwicklung

Dass die aufgezeichneten Bewegungsdaten indes nicht nur für die Strava-Community selbst von Nutzen sind, zeigt das Projekt Strava Metro. Seit einigen Jahren widmet es sich der Auswertung von Big Data für urbane Entwicklungskonzepte.

Mithilfe der Routendaten in einer Stadt werden sogenannte Heatmaps erstellt, Bewegungsprofile, die gerade im Bereich der Stadtplanung von großem Wert sind.

Wie wirken sich Stoßzeiten auf den Verkehrsfluss aus? Daten von Millionen von Nutzern können so gewinnbringend für die urbane Mobilität genutzt werden.

In mehr als 70 Städten weltweit wird Strava Metro mittlerweile für die Planung von Fahrradwegen und zur Verkehrsanalyse genutzt. Dabei war den Machern zunächst gar nicht klar, wie wertvoll die erhobenen Daten sein können.

Heatmap von Hamburg
Beispiel Hamburg: Bewegungsdaten erzeugen aufschlussreiche Heatmaps.
Foto: Strava

„Wir sind keine Städteplaner, aber wir haben bemerkt, wie wichtig solche Daten für die Städteplanung sein können“, so Michael Horvath, einer der Gründer von Strava, gegenüber dem englischen Guardian. „Bislang haben Planungsbüros mit so gut wie gar keinen Daten arbeiten können. Da sind unsere Datensätze schon mal eine gute Orientierung.“

Nun werden die Daten von Strava in Glasgow, Johannesburg, Seattle, Stockholm, Brisbane, Reykjavik und anderen Städten genutzt, um nachhaltigere Infrastrukturen zu schaffen. Ein interessanter Zusatznutzen für Sportler, die mit digitalen Technologien nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Stadt verbessern möchten.

Mehr Informationen zu Strava gibt es hier.

Preis: kostenlos
System: Android, iOS 10.0
Größe: 149MB