Bis 2025 soll in der saudi-arabischen Wüste die neue Tech-Metropole Neom entstehen. Ein Paradies für Start-ups und Entwickler. Robotergesteuert, nachhaltig und wegweisend für den Rest der Welt.

Die Weite und karge Schönheit der saudischen Wüste. Die blauen Tiefen des Roten Meeres. Glückliche Familien, die über Dünen tollen und gutaussehende Menschen vor Tablets und Architekturmodellen. Darüber klassische Musik und ein Versprechen: ein neues Land. Ein Land, das die Welt für immer verändern wird. Das ist der Werbespot für Neom.

Küstenstrich mit Wüste und Meer aus der Vogelperspektive
Viel Platz für eine große Vision.

Das neue Mega-Projekt des saudi-arabischen Königshauses soll ein Technik-Utopia auf einer Fläche so groß wie Ruanda werden. Mit eigener Gesetzgebung und eigenen wirtschaftsfreundlichen Regularien soll hier ein Paradies für Start-ups und Investoren entstehen.

Doch noch ist die Stadt, die nicht nur Saudi-Arabiens Wirtschaft revolutionieren soll, sondern gleich die globale Gesellschaft, nur eine Vision im sandigen Nirgendwo.

Erste Bauphase soll 2025 abgeschlossen sein

Bis 2025 soll die erste Bauphase der futuristischen Planstadt abgeschlossen sein. Irgendwann soll es in Neom mehr Roboter als Menschen geben. „Wir wollen in 15 Jahren nicht herausfinden, dass wir eine Chance verpasst haben”, sagte Kronprinz Mohammad bin Salman Al-Saud am 24. Oktober anlässlich der Vorstellung von Neom in Riad.

Der Name, ein Neologismus aus dem griechischen „neo” und „mustaqbal”, dem arabischen Wort für „Zukunft“, ist dabei Programm. Neom ist Teil der „Vision 2030”, die Saudi-Arabien in die Zukunft führen soll. Konkret heißt das: weg von der Abhängigkeit vom Erdöl. Hin zu neuen Technologien, neuen Einnahmequellen.

Verantwortlich für diesen Übergang ist Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Er soll sicherstellen, dass Neom wirklich so innovativ wird, wie vom Königshaus angekündigt. Die Stadt werde ein Ort der kollaborativen Entwicklung, wie geschaffen für neue Technologien und Prozesse, sagte Kleinfeld während der Vorstellung im Oktober.

Berglandschaft an der Küste des Roten Meeres: Lage der Stadt der Zukunft Neom
Die Planstadt Neom soll Innovation und Technologie in die Wüste bringen.

Innovationen in Mobiliät, IT, Biotechnik, Energie und Medien

In neun Bereichen sollen Neom und seine zukünftigen Bewohner wegweisende Neuerungen schaffen: Biotechnik, Energie, Medien, Lebensmittelanbau, IT, Unterhaltung, Mobilität, Lebensqualität und Produktion. Rund 425 Milliarden Euro, etwa so viel wie das Bruttoinlandsprodukt Polens, will das Königshaus dafür investieren.

Auf der Website des Projekts lässt sich diese Zukunft bereits bestaunen. Windturbinen und riesige Solarfelder sollen die Metropole mit 100 Prozent regenerativem Strom versorgen. „Neom-Forscher werden die Zukunft der Energieproduktion bestimmen”, heißt es in der Projektbeschreibung.

Sonnenuntergang an der Küste des Roten Meeres
Vielversprechende Aussichten: Neom soll ab 2025 Realität werden.

Urban Farming, Drohnen und nachhaltiger Transport

Auch in der Versorgung seiner Bewohner soll Neom neue Wege gehen. Geplant sind Gewächshäuser, die die Mega-Stadt zum Selbstversorger machen sollen. Supermärkte sollen durch Online-Shopping ersetzt werden. Einkäufe werden mit Drohnen geliefert. Ein zu 100 Prozent nachhaltiges Beförderungssystem soll die Bewohner von A nach B bringen.

Außerdem planen die Neom-Visionäre ein kostenfreies WLAN für alle Bewohner und Gäste sowie den „größten Garten der Welt” im Stadtkern, futuristische Vergnügungsparks und einen Wasserpark mit Wellenmaschine als Trainingsort für zukünftige Olympioniken.

Zukunftsaussichten, die auch internationale Investoren interessieren. Laut dem saudi-arabischen Königshaus haben bisher sowohl Amazon als auch das chinesische Tech-Unternehmen Alibaba Interesse gezeigt, Teil von Neom zu werden.